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"Rein in die Betriebe!"

Wer seine Berufswahl noch nicht abschließen kann, sollte in die gut aufgestellten südwestfälischen Betriebe hineingehen. Gleich, ob technisch oder kaufmännisch. „Schauen Sie sich Ihre möglichen Arbeitsplätze einfach an!“ Sabine Bechheim, die Leiterin des Geschäftsbereichs „Berufliche Bildung und Gründung“ der IHK Siegen sowie des Berufsbildungszentrums (bbz) der IHK Siegen, und Björn Eckert, Jugendbildungsreferent des DGB Südwestfalen, vertraten die gleiche Position: Das berufsorientierende Praktikum gehört stärker in die Schulen verankert. Die südwestfälischen Betriebe seien meist sehr sehenswert.

 

„Zukunft der Arbeitsplätze in Südwestfalen“ – so lautete der Titel eines Podiumsinterviews, das die Gesamtschule Freudenberg jüngst veranstaltete. Ins Kreuzfeuer von Fragen nahmen nach der Begrüßung durch Schulleiter Reto Stein der Schüler Luca Bäuml und die Schülerin Leah Orthen aus der Jahrgangsstufe 12 die Vertreter beider Organisationen.

 

Fast im Gleichklang antworteten Björn Eckert und Sabine Bechheim auf die vielen Fragen: Man arbeite eng zusammen, suche die Partnerschaft zwischen den Gewerkschaften und der Industrie- und Handelskammer Siegen. „Wir haben ja dasselbe Ziel. Nur mit gut laufenden Unternehmen ist eine dauerhafte Beschäftigungssicherung in der Region möglich“, erläuterte Eckert den etwa 80 Oberstufenschülerinnen und -schülern die Zusammenarbeit in etlichen Feldern. Man sehe die südwestfälische Wirtschaft sehr gut aufgestellt und in gutem Zustand. Allerdings müssten für eine positive Entwicklung auch in Zukunft die Rahmenbedingungen stimmen. So arbeite man z. B. zusammen, um eine Beschleunigung des Neubaus der Rahmede-Talbrücke zu erreichen.

 

Nicht nur die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart der Arbeitsplätze werde wesentlich von der Digitalisierung mitbestimmt. „Dafür müssen die Betriebe mit ihren Beschäftigten gute Lösungen finden“, so der Gewerkschaftsvertreter. Ohne Grundlagenkenntnisse in Informatik seien künftig kaum gute Arbeitsplätze zu finden, unterstützte Sabine Bechheim die Aussage.

 

Die Folgen von Corona und dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine seien deutlich spürbar. Jedoch sei, anders als befürchtet, bisher noch keine Auswirkung auf die Beschäftigung zu sehen. „Allerdings sprechen Inflation, Lieferengpässe und steigende Energiepreise eine deutliche Sprache, das geht nicht spurlos an der Wirtschaft vorüber,“ verdeutlichte Bechheim die Situation in den Unternehmen. Weitere Sanktionen, vor allem in Bezug auf die Einfuhr von Öl und Gas, werden – bei allem Verständnis für den politischen Kurs – die hiesige Industrie heftig treffen. „Aber die mittelständischen Familienunternehmen in der Region sind auch dafür bekannt, langfristig zu denken. Der absehbare Fachkräftemangel trägt dazu bei, dass sich die Beschäftigungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler hoffentlich nicht verschlechtern. Das hängt natürlich auch von einer klugen Berufswahl ab“, so die IHK-Geschäftsführerin. Deshalb empfahl sie, ebenso wie Eckert, Praktika auch in Berufsbereichen zu machen, die nicht ganz oben auf der eigenen Wunschliste stünden.

 

Für die Gäste stand auch die Frage nach der Bezahlung im Raum. Da die IHK hier außen vor ist – Tarifverhandlungen werden durch die Arbeitgeberverbände geführt –, ging die Frage an Björn Eckert. Er begrüßte die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro und nannte die Forderung der IG Metall nach 8,2 Prozent Lohnerhöhung. Kommentar aus dem Publikum: „Das hat man wohl vor mindestens einem halben Jahr beschlossen. Mittlerweile ist die Inflationsrate ja etwa so hoch …“

 

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